Züchtersuche
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Heilige-Birma-blue-tabby-pointDie Züchtersuche

Die Entscheidung in der Familie ist gefallen: Wir wollen zwei Katzen haben! Auch wurde darüber nachgedacht, ob es Katzen aus dem Tierheim / Tierschutz oder Rassetiere vom Züchter sein sollen. Nun beginnt der aufwendige Teil der Aktion, die Suche nach dem richtigen Züchter. Denn Züchter ist eben nicht gleich Züchter. Auch unter den Züchtern gibt es “schwarze Schafe”. Oder auch Vermehrer, die keine Kenntnisse von der Genetik, den Krankheiten und der Aufzucht der Katzen haben und “einfach mal so” Babys haben wollen, oder welche, die ihre Tiere unter erbärmlichsten Umständen halten, schlimmstenfalls in Käfigen im Keller. Gute Züchter zu erkennen und zu finden ist sicher auf den ersten Blick nicht leicht, denn eine Mitgliedschaft in einem registrierten Katzenverein ist noch längst kein Garantieschein dafür, dass die Zucht ethisch und moralisch sauber ist und die Katzen dort bestmöglichst und artgerecht gehalten werden.

Worauf ist also zu achten bzw. was sieht auch ein Laie?

  • Ein guter Züchter gibt gern und ausführlich Auskunft über seine Zucht und die evtl. vorhandenen Kitten. Auch freut er sich, Interessenten in seinem zu Hause begrüßen zu dürfen, auch wenn kein konkretes Kaufinteresse besteht, weil man sich z. B. erst einmal die Rasse “live” anschauen möchten.
     
  • Beim Besuch bei dem Züchter sollte man immer dann misstrauisch werden, wenn das Wohnzimmer keinerlei Gebrauchsspuren von Katzen aufweist. Soll heißen, dort befindet sich kein Kratzbaum, kein Schlafkörbchen, nirgendwo sind Katzenhaare zu finden, auch kein Katzenspielzeug ist zu sehen und nirgendwo sind Kratzspuren.  Verhalten sich die Katzen dann noch seltsam, indem die Möbel sie mehr interessieren als die Menschen oder sie vielleicht sogar ängstlich bei Geräuschen reagieren und sich verkriechen? All das ist sind Hinweise, dass das Wohnzimmer nicht der Ort ist, an dem sie sonst leben - wohl eher ist das Wohnzimmer der “Schauraum” für potentielle Katzenkäufer.
     
  • Werden dann gar die Katze wie Schauobjekte herein- und wieder herausgetragen und hat man das Gefühl, keine der Miezen hat in dem Wohnzimmer einen echten eigenen Schlafplatz? Wo leben die Katzen dann ihren Alltag?
     
  • Auch sollte man nicht nur das Katzenkind zu Gesicht bekommen, welches man evtl. adoptieren möchte. Sind  hingegen alle Geschwister zu sehen, die Mutter und - wenn vorhanden - auch noch der Vater, und toben und spielen die Kätzchen (wenn sie nicht gerade ihre Schlafzeit haben) ausgelassen herum, dann kann man davon ausgehen, dass dieser Raum wirklich der Lebensmittelpunkt der Tiere ist.
     
  • Natürlich ist ein Besuch beim Züchter kein Besichtigungstermin für sein gesamtes zu Hause. Der Züchter hat trotz allem seine Privatsphäre und muss sein Heim nicht als “Museum” zur Verfügung stellen. Trotzdem darf man fragen, wo denn die Katzen überall sind. Und beim genauen Beobachten wird einem dann auffallen, ob ehrlich Auskunft gegeben wird. Denn Katzen sind Wesen mit eigenem Willen. Ihnen kann man nicht antrainieren, sich während der Anwesenheit von Besuchern anders zu verhalten als sonst.
     
  • Wie viele Katzen in einem Züchterhaushalt sind “normal” und wo hört eine Hobbyzucht auf und fängt eine Massentierhaltung an? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Manch einem wird schon graus, wenn er mehr als fünf Katzen sieht. Dann ist es meist unumgänglich und eher ein positives Zeichen, wenn Kastraten vertreten sind. (Zumindest bei Zuchten, die schon einige Jahre bestehen - neue Züchter haben kaum Kastraten) Natürlich ist es schwer für einen Laien im Züchterhaushalt den Überblick zu behalten, wenn aus jeder Tür eine Katze gelaufen kommt, die vielleicht alle die gleiche Farben haben und für Fremde nur schwer auseinander zu halten sind. Man kann den Züchter fragen, wie viele Katze hier leben. Wer zehn Katzen hat, muss noch lange kein Massenvermehrer sein. Ein Hobbyzüchter sollte nicht mehr als zwei verschiedene Rassen haben. Dort, wo mehr als zehn Zuchtkätzinnen einer Rasse vertreten sind, sollte man vorsichtig sein.
     
  • Fragen kann man auch, wie viele Würfe eine Katze im Jahr bei dem Züchter bekommt. Mehr als zwei Würfe sollten es auf keinen Fall sein, besser ist nur ein Wurf je Katze und Jahr. Wer nichts zu verbergen hat, bei dem kann man auf der Homepage oder zu Hause im Fotoalbum die Antwort auch nachvollziehen. Diese Zeit sollte man sich vor dem Kauf unbedingt nehmen!
     
  • BKH-BabyAm allerwichtigsten ist aber die Art und Weise der Katzenhaltung im Züchterhaushalt. Die Katzen - und hier auch schon das Baby - brauchen sowohl den Kontakt zum Menschen als auch zu den Artgenossen, um gut sozialisiert zu sein. Kommt das Kätzchen also vertraulich angelaufen und schnurrt um die Beine, lässt es sich vielleicht sogar auf den Armen zu einem Schläfchen “herab”, ist es neugierig und reagiert auf Spielversuche, die von dem Gast ausgehen. Dann kann man davon ausgehen, dass es eine gute Sozialisierungsphase hinter sich hat. Ist es dagegen extrem ängstlich, duckt es sich vor der Hand beim Versuch gestreichelt zu werden, kennt es weder Katzenwedel noch Papierkügelchen, dann lässt man eine gewisse Vorsicht walten. Manche Katzenbabys sind ängstlicher als andere. Kommen die Kätzchen aber auch nach einer Stunde und länger immer noch nicht aus ihren Verstecken, deutet das auf fehlende Sozialisierung hin, Schauen soll man auch auf die hygiene Zustände im Züchterhaushalt, vielleicht kann man auch einen Blick ins Katzenklo erhaschen, dieses sollte nicht vor Klumpen und Kot überquellen. Sehen die Katzen sauber und gepflegt aus, haben sie glänzendes Fell, und ganz wichtig: sind die Augen und Ohren sauber.
  • Und - ein seriöser Züchter wird seine Kitten niemals ungeimpft und ohne Entwurmung abgeben. Auch bekommt man ein Kitten niemals vor der 12. Woche. Der Impfpass - soweit beim  ersten Besuch schon vorhanden (das Kitten muss dabei 8 Wochen sein) - wird gern gezeigt. Jedes Baby erhält einen ordnungsgemäßen Kaufvertrag und eine Futter- und Haltungsempfehlung.
     
  • Auch hat ein seriöser Züchter nie die Wahl zwischen Kitten mit und ohne Papiere! Dort bekommt man nur Babys mit Papieren.
     
  • Immer wieder ist zu hören, dass die Bezeichnung “Hobbyzucht” zu Verwirrungen und falschen Vorstellungen bei Kittenkäufern führt. Kaufen darf man beim Hobbyzüchter und auch bei einer gewerbsmäßigen Zucht. Hier eine kurze Erläuterung:
  • Schwarzzucht

    Eine allgemein gültige  Definition hierfür gibt es nicht. In der Regel versteht man unter Schwarzzucht Züchter, die in keinem Verein organisiert sind und sich somit weder einer vereinsmäßigen noch tierärztlichen Kontrolle unterwerfen, Tiere häufig ohne Kenntnisse von Genetik, Vererbung, Schwangerschaft und Geburt verpaaren. Häufig werden die Tiere viel zu früh und ohne ausreichenden oder gar keinen Impfschutz und nicht entwurmt abgegeben. Die Verpaarungen der Tiere werden nach eigenem Ermessen festgelegt, oft in viel zu kurzen Abständen oder rasseübergreifend. Ahnennachweise (Papiere) für die Kitten fehlen und der Preis eines solchen Babys erscheint auf den ersten Blick wesentlich günstiger als der eines seriösen Hobbyzüchters. Auch Massenzuchten in verbotenen Käfighaltungen unter unwürdigsten Zuständen gehört zur Definition “Schwarzzucht”.

    Hobbyzucht

    nennt sich eine Zucht, die im kleinen Rahmen züchtet und in einem anerkannten Rassekatzenverein entweder unter dem Dachverband der WCF der der FiFe Mitglied ist. Ein Hobbyzüchter unterwirft sich damit freiwillig einer Kontrolle durch den Verein sowie einer tierärztlichen Kontrolle der Zuchttiere. Er darf seine Zucht “vereinsregistriert und tierärztlich überwacht” nennen. Ein Hobbyzüchter handelt nach der Zuchtsatzung seines Vereines. In dieser wird ihm vorgeschrieben, in welchem Alter / Abstand die Tiere eine vorgeschriebene Maximalanzahl an Würfen gebären bzw. zeugen können. Ein seriöser Verein wird dem Züchter nie auferlegen, kranke Tiere oder Welpen töten zu müssen. Tierschutz hat bei einem seriösen Hobbzüchter und dessen Verein oberste Priorität.

    Gewerbsmäßige Zucht

    Eine Zucht mit mehr als 5 Zuchtkatzen und mehr als 5 Würfen im Jahr muss als gewerblich angemeldet werden. Zuchtkatzen sind fortpflanzungsfähige Tiere. Kastraten, Kater mit Suprelorin-Chip und nicht geschlechtsreife Jungtiere sind hiervon ausgenommen. Es ist unrelevant, ob mit der Zucht Gewinn erzielt wird.

Wenn man so vorbereitet seinen Züchter sucht, dann hat man zumindest einiges dafür getan, einen seriösen Züchter zu begegnen und ein gesundes und sozialisiertes Kitten zu bekommen. Wundern sollte man sich nicht, wenn der Züchter die Adoptiveltern gern einmal besuchen kommen möchte. Einem guten Züchter ist es nicht egal, wohin die Kitten gehen, und er gibt jedesmal ein Stück von sich selbst dem Kitten mit auf dem Weg. Deshalb möchte er gern wissen, wo seine Schützlinge leben werden. Denn es gibt sie wirklich noch - die

    Züchter mit Liebe und gaaaaaanz viel Herzblut!

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