Kastration
Facebook-Icon
Blog-Icon

Kastration bei Katzen

Was ist eine Kastration?

Mit der Kastration wird die weitere Produktion von Hormonen unterbunden. Dabei werden die "Keimdr√ľsen" des Tieres entfernt. Diese sind beim Kater die Hoden, bei der Katze die Eierst√∂cke, zus√§tzlich wird bei Katzen auch die Geb√§rmutter entfernt. Man kastriert also m√§nnliche als auch weibliche Tiere.

Was ist eine Sterilisation?

Bei einer Sterilisation verhindert man, dass Samen oder reife Eizellen im K√∂rper transportiert werden, Hoden und Eierst√∂cke bleiben dabei erhalten. Man durchtrennt dabei die Samen- oder Eileiter. Weil die "Keimdr√ľsen" im K√∂rper verbleiben, werden K√§tzinnen weiterhin rollig (mit allen damit verbundenen Risiken) und Kater bleiben kampfeslustig (mit allen damit verbundenen Risiken). Ihr Urin wird weiterhin streng riechen.

Sowohl f√ľr die Kastration als auch die Sterilisation ist bei beiden Geschlechtern eine Vollnarkose notwendig. Bei K√§tzinnen muss der Bauchraum ge√∂ffnet werden. Der Operationsaufwand ist bei beiden Methoden identisch.

Was ist besser: Kastration oder Sterilisation?

Nun, es kommt ganz darauf an, wie man sich ein gesundes und langes Katzenleben vorstellt:

weibliche Katzen werden kastriert, damit sie

  • sich nicht vermehren k√∂nnen
  • keinen b√∂sartigen Brustkrebs bekommen
  • keine hormonbedingten Knochenmarksch√§den durch Eierstockzysten bekommen
  • keine lebensbedrohlichen Geb√§rmuttervereiterungen bekommen

männliche Katzen werden kastriert damit sie

  • sich nicht vermehren
  • nicht in der Wohnung mit √ľbel riechenden Urin markieren
  • nicht st√§ndig Revierk√§mpfe mit anderen ausfechten und sich dabei verletzen
  • durch die Revierk√§mpfe nicht an stressbedingten Erkrankungen wie FeLV, FIV und FIP versterben

Mit einer Sterilisation erreicht man lediglich, dass keine Nachkommen mehr gezeugt und geboren werden können, mehr aber auch nicht.

Mit einer Kastration hingegen hat man  Chance auf ein deutlich l√§ngeres und vor allem gesundes Katzenleben, ohne Geb√§rmuttervereiterung und Brustkrebs, ohne Verletzungen wegen liebestoller Kater, ohne stinkendes Markieren. Und nicht vergessen, durch die Kastration hat man wesentlich mehr Hardiemonie in der Katzengruppe und zwischen Mensch und Tier.

Verändert eine Kastration den Charakter einer Katze?

Ja, aber eindeutig im positiven Sinne! Die Katzen werden wesentlich anhänglicher und verschmuster, ausgeglichener und man hat einfach mehr Freude mit und an dem Tier. Die Katzen haben wird Lust auf ein gemeinsames Spiel.

Nicht kastrierte Katzen und Kater werden mit Eintreten der Geschlechtsreife ihrem Fortpflanzungstrieb folgen.
D. h. ein Kater wird unruhig, er “sucht” st√§ndig nach einer paarungsbereiten Katze, er mauzt in h√∂chsten T√∂nen, wird u. U. Markieren, und er wird jede rollige Katze im Umkreis von mehreren hundert Metern wahrnehmen und dies lauthals kundtun. Nicht nur, dass dieses Verhalten uns Menschen ziemliche Nervenst√§rke abverlangt, auch f√ľr den Kater ist es Stress pur. Denn die Natur verlangt von ihm Aktivit√§t.

Eine Katze wird mit Eintreten der Geschlechtsreife rollig. Das ist die Zeit, in der sie paarungsbereit und befruchtungsf√§hig sind. Die Rolligkeit dauert etwa 7 Tage. Wird die Katze nicht gedeckt, dann wiedeholt sich die Rolligkeit in immer k√ľrzer werdenden Abst√§nden und immer l√§ngerer Rolligkeitsdauer. Fr√ľher oder sp√§ter f√ľhrt dies zur Dauerrolligkeit. Dieser Zustand ist nicht nur eine Qual f√ľr unsere Nerven (auch Katzen k√∂nnen extrem laut dabei sein), sondern es ist auch eine Qual f√ľr die Katze. Schlie√ülich kann eine nicht gedeckte, st√§ndig rollende Katze Geschw√ľre an Geb√§rmutter und Eierst√∂cken entwickeln, die auch b√∂sartig sein k√∂nnen. Auch nimmt die Katze stetig ab und schaut krank und abgemagert aus. Auch die Gabe der Katzenpille ist keine L√∂sung.

Werden kastrierte Katzen dick?

Nein, nicht wenn Frauchen und Herrchen Wert auf eine gesunde und "bedarfsgerechte" F√ľtterung legen. Richtig ist, dass der Stoffwechsel sich durch die fehlenden Hormone umstellt. Der Katzenk√∂rper ben√∂tigt dadurch weniger Kalorien als vor der Kastration.

Deshalb gilt f√ľr Katzen: Sie wird ausschlie√ülich vom Fressen und NUR vom Fressen dick! Nicht durchs Kastrieren, nicht durch weniger Bewegung, nicht durch jedwede noch so fantasievolle Ausrede!

Aus all den Gr√ľnden gilt f√ľr unsere abgebenen Katzenkinder eine Kastrationspflicht, die im Vertrag festgehalten wird. Nur eine registrierte und zus√§tzlich tier√§rztliche √ľberwachte Zucht rechtfertigt, eine Katze nicht zu kastrieren und sie als Zuchttier einzusetzen und sie f√ľr diesen Zeitraum potent zu halten.

Wann sollte eine Kastration durchgef√ľhrt werden?

Hier gibt es zwei verschiedene Meinungen. Ich m√∂chte meine Meinung hier au√üen vor lassen, sondern lediglich das F√ľr und Wider nennen:

Die Fr√ľhkastration oder auch vorpubert√§re Kastration:

Die Kastration erfolgt bereits im Alter ab 12 Wochen, noch vor Eintreten der Pubert√§t (etwa 5. Monat). Viele Studien belegen, dass diese fr√ľhe Kastration nicht sch√§dlich ist und keine Wachstumsst√∂rungen hervorruft. Es wird auch davon ausgegangen, dass bei freilaufenden Hauskatzen die Fr√ľhkastration das einzig wirksame Mittel zur Eind√§mmung der Katzenpopulation ist. Geht man davon aus, dass zwei Hauskatzen pro Jahr gemeinsam acht Jungtiere zeugen, so ergibt das in 8 Jahren eine stattliche Anzahl von 800.000 Katzen. Hier ist Fr√ľhkastration auch ein Mittel, die Tierheimschwemme einzud√§mmen. Au√üerdem verringert die Fr√ľhkastration Hormonen abh√§ngige,  medizinische Probleme, reduziert aggressives Verhalten, Urin markieren, Wildern und Verhaltensst√∂rungen. Bis heute gibt es rein statistisch kein erh√∂htes Risiko von Harnr√∂hrenproblemen, keine Narkoseprobleme, keine verminderte Knochenbelastbarkeit und keine verringerte Immunabwehr.

Trotzdem sind unter uns Z√ľchtern F√§lle bekannt, wo es w√§hrend der Fr√ľhkastration zu Komplikationen oder sogar zum Tod der Tiere kam. Ob dies nun auf die Narkose oder auf andere gesundheitliche St√∂rungen oder gar katzenspezifische Gr√ľnde zur√ľckzuf√ľhren ist, bleibt nicht nachweisbar.

Die Kastration nach der Pubertät ab einem Alter von 10 Monaten:

Dies ist immer noch der √ľblichere Zeitpunkt der Kastration, besonders bei Wohnungskatzen. Hier wird die Kastration zwischen dem 10. und 12. Lebensmonat meist auch Bestandteil des Kaufvertrages sein. Bei der Heiligen Birma ist nicht zu Beobachten, dass Katzen, die zu diesem Zeitpunkt kastriert werden, aggressiver sind als fr√ľhkastrierte Katzen. Auch ist bei Birmas der Drang nach Freiheit l√§ngst nicht so ausgepr√§gt wie bei Hauskatzen. Kater beginnen kaum in so fr√ľhem Alter zu Markieren und auch Katzen sind oft erst nach dem ersten Lebensjahr das erste Mal rollig.

Letzten Endes sollte man im Einzelfall genau abwägen, welcher Weg der bessere ist und aus welchen Grund wann kastriert werden soll.

Willkommen   Kontakt   Gaestebuch   Impressum   Links