Katzenverhalten
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Katzenverhalten - so ticken unsere Fellnasen

Diese Seite befasst sich mit dem felinen Verhalten - dem, was Katzen zeigen, wenn Sie mit ihren Artgenossen leben können.

Louis-und-RonjaIn Rudel lebende Katzen (auch zwei Katzen bilden ein Rudel!) haben eine Rangordnung. Das muss nicht zwangsläufig der Kater sein oder die potente Katze. Wer die Führungsrolle übernimmt, hängt vom Charakter der jeweiligen Tiere ab. Manchmal übernimmt das Leittier so feinfühlig seine Führungsrolle, dass wir Menschen nicht erkennen, wer der “Herr im Hause” ist. Auch wechselt die Rangordnung von Zeit zu Zeit. Jungtiere haben meist den sogenannten “Welpenschutz” - sie dürfen spielerisch ausprobieren, wo ihr Platz im Rudel sein könnte.

Flamengo-FelixKatzen in einem harmonischen Rudel teilen (fast) alles miteinander. Das gemeinsame Einnehmen von Mahlzeiten von einem großen Teller gehört genauso dazu wie das Teilen des Lieblings-Kuschelplatzes. Trotzdem hat jede Katze ihre Privatsphäre. Beobachte dies einmal, wenn mehrere Katzen zu Hause leben: Möchte sich eine Katze zu einer anderen legen, beginnt diese zunächst die schlafende Katze abzuschlecken. Sie möchte damit sagen, dass sie sich gern dazulegen würde und erforscht mit dem Abschlecken die Stimmung der anderen Katze.

Katzen erkennen sich untereinander an ihrem Geruch. Begegnen sich zwei Katzen, erfolgt zunächst die Nasenkontrolle. Ist die positiv ausgefallen, riechen sie sich zunächst an den Flanken und zum Abschluss an der Analgegend. Diese Analkontrolle ist für Katzen ein Achtungsbeweis und untereinander nur dann gestatten, wenn man “sich riechen” kann. Sie ist die Visitenkarte einer jeden Katze und heißt so viel wie: “Ich bin dein Freund, riech doch mal!”.

Riechen, Schmecken, Duftmarkieren

Jede Katze riecht sich selbst am liebsten und deshalb ist sie den ganzen Tag damit beschäftigt, ihren Geruch überall zu verbreiten. Duftdrüsen befinden sich an beiden Seiten der Stirn und an den Lippen. Beim Reiben des Kopfes an Tischbeinen oder den Beinen von Herrchen werden Duftmarken gesetzt. Auch am Schwanz befinden sich solche Duftdrüsen, deren Note beim Streichen um die Beine hinterlassen wird. Gleichzeitig ist das Verteilen dieser Duftmarken ein Liebesbeweis, denn nur wo Katzen sich wohl fühlen, zeigen sie dieses Verhalten. Für uns Menschen ist der Duft dieser Drüsen nicht wahrnehmbar.

Anders schaut es mit dem Duft aus, der durch das Markieren von Katern hinterlassen wird. Er zählt für uns Menschen zu den unerwünschten Verhaltensweisen, doch für Katzen ist dieser Duft ein deutliches Zeichen. Er heißt: “Hier regiere ich!” Nur wenig potente Kater zeigen dieses Verhalten nicht.
Gegen das Markieren hilft nur die Kastration.

Kratzspuren in der Wohnung sind auch kein Akt von Zerstörungswut. Katzen tun dies als eine Art Gymnastik für die Seele. Auch an den Fußballen befinden sich Duftdrüsen, dessen Duft durch das Kratzen freigesetzt wird.

Putzverhalten-der-KatzeDas Putzen einer Katze hat nicht nur den Sinn der Körperreinigung. Sie entfernen damit den Menschengeruch, den wir beim Streicheln hinterlassen und nehmen so gleichzeitig unsere Stimmung auf. Im Sommer dient das Putzen der Abkühlung, weil Katzen nur an den Fußsohlen und dem Nasenspiegel schwitzen können. Außerdem erzeugen Sonnenstrahlen auf dem Fell Vitamin D, welches die Katze durch das Schlecken aufnimmt, wenn auch nur in sehr geringen Mengen. Da die Katzenzunge rau ist, beugen Katzen durch ständiges Putzen auch Krankheiten vor: evtl. Parasiten werden entfernt (was eine Katze aber lieber nicht haben sollte!), die Durchblutung der Haut wird gefördert, und das Fell wird wasserdicht gehalten, weil die Drüsen an den Haarwurzeln immer wieder stimuliert werden. Das “Gemeinschaftsbad” im Katzenrudel festigt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Es ist ein Ausdruck sozialer und freundschaftlicher Bindungen. Doch die raue Zunge hat nicht nur soziale Hintergründe. Die verwandten Großkatzen in der Wildnis können mit ihrer rauen Zunge das Fleisch von den Knochen ihrer Beutetiere ablecken. Demzufolge ist die Zunge auch für die Nahrungsaufnahme vor allem in der Natur sehr wichtig.

Abruptes, heftiges Putzen bei Katzen ist übrigens eine sogenannte “Übersprungreaktion”. Es ist ein Ausdruck von Unsicherheit, Nervosität und inneren Konflikten.

Ein Verhalten genannt, welches nur Katzen und Pferde zeigen, das “Flehmen”. Manche bezeichnen das fälschlicherweise als “Lachen” oder auch als “High-Sein”. Letzteres trifft den Kern der Sache schon eher. Flehmen ist eine Reaktion auf einen interessanten sexuellen Geruchsreiz. Das Maul ist leicht geöffnet und die Oberlippe hochgezogen, sie schaut in dieser Situation leicht “betrunken” drein. Der Gesichtsausdruck ist starr - so verharrt sie einige Sekunden. Verantwortlich für dieses “Riechen” ist das “Jacobsonsche Organ”, welches sich am Gaumen befindet.

Meister der Akrobatik

keine-HoehenangstKatzen sind wahre Balancekünstler und sie haben eine enorme Sprungkraft. Je nach Rasse und Geschlecht können sie bis zu 2 Meter hoch und 2,50 Meter weit springen. Dabei können sie ihre Landung punktgenau berechnen und benötigen als Landebahn nur einen winzigen Fleck. Sie berechnen ihre “Flugbahn” durch kurzes Vor- und Zurückweichen vor dem Absprung.

Überhaupt ist unsere Katze kaum zu übertreffen, was Geschmeidigkeit und Eleganz angeht. Ihr bewegliches Skelett erlaubt ihr Positionen, wofür Zirkusakrobaten jahrelang trainieren müssen. Auch ihr Gleichgewichtssinn ist bestens ausgebildet. Katzen können mühelos auf schmalen Zaunsspitzen “balancieren”, ohne auch nur den Anflug von Ungleichgewicht zu zeigen. Ihre Körperbeherrschung macht es möglich, dass sie bei Stürzen meist immer auf ihren Füßen landen, weil sie sich im Fall während des Fluges um ihre eigene Körperachse drehen können. Auch das völlig bewegungslose Ausharren bei der Jagd ist nur mit einer perfekt ausgebildeten Muskulatur möglich, wie sie nur Katzen besitzen.

Vieles könnten wir hier noch berichten: über die Sinnesorgane der Katze, ihre Sprache mit Ohren und Schwanz, ihre Körpersprache und was sie mit ihrer melodischen Stimme alles sagen kann. Doch wollen wir Ihnen auch noch etwas Raum zum Entdecken lassen und wer weiß, vielleicht können wir bei einem persönlichen Gespräch einmal über die “Magie der Katze” fachsimpeln.

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